




Wie kann Calcium für die Pflanze effektiver verfügbar sein?
Wie können pflanzeneigene Stoffe die Fixierung von Calcium verbessern?
Welche Einflüsse haben weitere Nährstoffe auf die Verfügbarkeit von Calcium für die Pflanze?
Folano Ca29 – Calciumformiat in seiner besten Form für den Obst- und Gemüsebau.
PHOTON®SG50 – Speziadünger/Biostimulanz, zur effektiven Reduktion von abiotischem Stress im Obst- ud Gemüsebau, sowie in Kartoffeln und Zuckerrüben.
PhytoGreen® – eine Auswahl der für mich wichtigsten Produkte für den Obst-, Gemüse-, Wein- und Ackerbau.
Calcium ist eher sehr immobil in der Pflanze. Einmal aufgenommen ist die Verlagerung schwierig – es geht nur in eine Richtung, nach oben.
Über Blätter aufgenommenes Calcium kann nur sehr bedingt in die Früchte transportiert werden, da eine Phloemtransport fast unmöglich ist.
Nur die jungen Früchte (bis T-Stadium/Walnussstadium/BBCH74) können Calcium aufnehmen und es zur Stabilisierung des Pektins in den Mittellamellen einlagern.
Hohe Calciumgaben im Frühjahr blockieren die Boraufnahme – der Bordüngung sollte somit vor allem im Herbst und vor den Calciumgaben im Frühjahr eine große Aufmerksamkeit gewidmet werden.
Hohe Kalium- und Magnesiumeinlagerung im frühen Stadium der Frucht reduzieren die Calciumaufnahme, im Gegenzug blockiert Calcium deren Aufnahme.
Calcium ist sehr antagonistisch im System der Nährstoffe.
Phosphor und Calcium – hier treffen zwei Antagonisten aufeinander.
Seit dem 01.01.2025 ist aus Folanx®Ca29 Folano Ca29 geworden. Am Produkt selbst ändert sich nichts. Es bleibt bei der hohen Qualität und enthält weiterhin das hochverfügbare Calciumformiat. Einzig der Vertrieb erfolgt nicht mehr über die Lanxess Deutschland GmbH.
Neuer Vertrieb und Produkteigner ist Calci Agro. Es werden weiterhin die bekannten Handelshäuser in Deutschland und Europa beliefert. Auch an der Verpackung ändert sich nichts, einzig der Produktname, das Produktlogo und das Design wurden angepasst.
Die Produktinfos zu Folano Ca29 sind hier zu finden.
Bitte daran denken, ab dem 1. Januar 2025 nur noch Folano Ca29 bestellen !!!
Calcium stabilisiert die Pektine der Mittellamelle der Primärzellwände in Früchten und Blättern. Bekannt ist dies aus dem Kernobstanbau. Hierbei wird bei sehr guter Calciumversorgung statt Magnesium mehrheitlich Calcium eingebunden, was zu einer höheren Festigkeit von Fruchtfleisch und Schale führt. So ähnlich sollte es auch im Kirschenanbau funktionieren, denn hier ist die Förderung der Platzfestigkeit und Festigkeit der Fruchtschale von besonderer Bedeutung. Vor dem Hintergrund der weiteren Zunahme von Schädigung durch die Kirschessigfliege (KEF) ist gerade eine möglichst feste Fruchtschale zusätzlich wichtig. Die KEF „sägt“ die Fruchtschale auf und legt dann ihre Eier in die Fruchtschale, also sollte der Festigkeit der Fruchtschale bei Kirschen eine besondere Rolle zukommen (allerdings gibt es hierzu noch keine Versuchsergebnisse).
Im Gegensatz zu Äpfeln, die von Blüte bis Walnussstadium (Zellteilungsphase der Früchte) genug Zeit haben, Calcium aufzunehmen, ist dieser Zeitraum bei Kirschen eher knapp bemessen. Auch muss das Calcium aus den Calciumquellen verfügbar sein. In Versuchen von Winkler et al., 2021 zeigte sich, dass nicht alle Calciumquellen in Kirschen genügend Calcium liefern. Vor allem organisch gebundenes Calcium in Kombination mit einem Haftmittel zeigten hier gute Ergebnisse. In einem weiteren Versuch von Winkler et al., 2021 zur Platzfestigkeit mit Calciumchlorid zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Calciumgehalt und Platzfestigkeit.
Darum meine Empfehlung: Ab abgehende Blüte bei kurzen Spritzintervallen bis 5 Tage 2,5 kg/ha, darüber hinaus 5,0 kg/ha Folano Ca29. Im BIO-Anbau 4,0 l/ha Phytosol 2-mal alle 10-14 Tage und vor der Ernte bis zu 2-mal 5,0 l/ha CARBO-ECO Ca.
Mit der fortschreitenden Veränderung der klimatischen Bedingungen im Obstbau rückt das Thema Deliqueszenz der Nährsalze immer mehr in den Vordergrund. Die Deliqueszenz, also der Übergang von Salzen aus ihrer festen in die flüssige Form bei einer für das jeweilige Salz charakteristischen Luftfeuchte ist damit auch ein Indiz für die Löslichkeit der Nährsalze auf dem Blatt oder Frucht der Pflanzen.
In der Vergangenheit, aber auch heute, wurde und wird das Thema Deliqueszenz von Calciumformiat diskutiert. Calciumformiat hat eine Löslichkeit in Wasser von 16% und damit einen Deliqueszenzpunkt (Deliqueszenzfeuchte) von ca. 96%. Folano Ca29 z.B. enthält ca. 75 % reines Calciumformiat und müsste demnach schlecht löslich sein. Durch die Nutzung besonderer Formulierhilfsmittel wird das enthaltene Calciumformiat aus Folano Ca29 zu 100 % in Wasser gelöst. Die Formulierung von Folano Ca29 senkt die Deliqueszenzfeuchte so weit ab, dass das Calciumformiat auch nach dem „Antrocknen“ weiterhin auf der Blattoberfläche in „Lösung“ bleibt.
Formulierte Calciumformiat wie in Folano Ca29 löst sich in der Spritzbrühe vollständig auf und bildet eine klare Lösung. Andere Calciumformiat-Formulierungen sind selten Lösungen, sondern Suspensionen (zu erkennen an der Trübung des Spritzwassers), in denen das Calcium als fester Bestandteil enthalten ist und damit nicht in der für Pflanzen vorteilhaften Ionenform. Ein hoher Calciumionenanteil im Spritzwasser sorgen für eine schnelle und effektive Aufnahme von Calcium, da der Düngewirkstoff nicht erst von den Pflanzenorganen (mit hohem Energieaufwand) aufgespalten werden muss. Auch das Abwaschverhalten ist besser, da keine Salze auf den Oberflächen der Pflanzenorgane verbleiben oder sich nach dem Antrocknen bilden und dann der Oberfläche Schäden zufügen können, wie Berostung der Früchte oder „Verbrennungen“ der Blätter.
Sehr interessant und ähnlich zu Formulierungen mit Calciumformiat, sind die seit der jüngeren Vergangenheit angebotenen Carboxylate, die sich ähnlich wie Folano Ca29 vollständig auflösen und somit nicht als Suspension ausgebracht werden. Dazu aber später mehr.
Carboxylate sind weniger Salze, eher zu vergleichen mit einem Chelat. Carboxylate bilden einen Komplex aus Nährstoff und den verwendeten Carbonsäuren, welcher als Düngeform besonders effektiv ist, da die Carbonsäuren in kurzkettiger Form vorhanden sind.
Eine der bekanntesten Carbonsäuren ist die Essigsäure als Monocarbonsäure. Weiterhin gibt es noch Dicarbonsäuren und u.a. auch die aliphatischen, ungesättigten, cyclischen Monocarbonsäuren, zu denen die im Obstbau bekannte Gibberellinsäure gehört.
Metalle und deren alkalische Salze bilden mit diesen organischen Säuren Komplexe, sind sehr gut löslich und sehr pflanzenverträglich. Ähnlich zu den Chelaten (wie z.B. EDTA) fördern sie die Aufnahme dieser im Komplex gebundenen Nährstoffe. Im Gegensatz zu den Chelaten verarbeiten die Pflanzen die Carboxylsäurereste. Pflanzen produzieren selbst verschieden Carboxylsäuren wie z.B. Äpfelsäure, Citronensäure, Maleinsäure, Nicotinsäure oder auch Salicylsäure. Diese greifen in den Stoffwechsel ein, sind an der Bildung von Hormonen beteiligt und steuern auch Proteine und Enzyme. So fördert beispielsweise die Azelainsäure (ein wichtiger Bestandteil von PHOTON®SG50) die Chaperoninfunktion, welche den Redox-Zustand hitzegestresster Pflanzen abbaut und somit die Photosynthese aufrecht erhält. So gesehen haben auch verschiedene Carboxylate eine reduzierende Wirkung gegenüber abiotischem Stress. So richtig erforscht ist das noch nicht, aber aus der Praxis kommen dazu positive Rückmeldungen. In Kombination mit den Nährstoffen wirken sich damit Carboxylate positiv auf das Wachstum und die Fruchtentwicklung aus und haben Vorteile gegenüber den „klassischen Düngesalzen“.
Ob Calcium, Bor, Mangan, Zink oder Magnesium, die meisten der Sekundär- und der Mikronährstoffe sind als Carboxylat-Produkte oder CARBO-ECO-Produkte verfügbar.
Immer wieder tauchen auf dem Markt Produkte auf, die neben verschiedenen Nährstoffen als Calciumquelle Calciumformiat bewerben. Grundsätzlich ist das eine gute Idee. Problematisch wird es, aber wenn von eine „Extraportion“ gesprochen wird.
Ob in diesen Produkten tatsächlich der ausgewiesene CaO-Wert aus Calciumformiat kommt, ist selten beschrieben. Da kann das Sicherheitsdatenblatt schon mal Auskunft geben. Zu bedenken ist immer die 16%-ige Löslichkeit von Calciumformiat und wir gehen mal davon aus, dass der Hersteller eine Möglichkeit gefunden hat, den Anteil Calciumformiat innerhalb der Formulierung in Lösung zu bekommen.
Beispiel: 16,8 % CaO aus Calciumformiat sind 120 g Ca/kg, wenn dann die Aufwandmenge je Hektar z.B. bei 750 g liegt, werden nun noch 90 g Ca/kg und Hektar ausgebracht. Da kann man nicht wirklich von einer „Extraportion“ sprechen und ob diese Menge ausreicht, um Stippe zu bekämpfen ist fraglich. Denn Stippebekämpfung beginnt im frühen Stadium der Fruchtbildung und hier werden ca. 1450 g Ca/ha benötigt, um effektiv Stippe zu unterdrücken. Allerdings ist eine Calciumbehandlung nach der Zellteilungsphase als „Erhaltungsdüngung“ mit zusätzlicher Gabe von Zink und Mangan sicherlich förderlich. Calciumgaben unterhalb von 100 g Ca/ha sind somit nur eine Form von „Wellness“ für die Fruchtschale, kann aber zur Ernte hin das bisschen Calcium sein, was dann eine verbesserter Lagerstabilität nach den Lagerspritzungen drei bis vier Wochen vor der Ernte, dann mit ca. 500 – 1000 g Ca/ha, ausmacht. Kostenseitig ist aber die Zugabe von 1 kg Calciumchlorid ab Walnussstadium bis sechs Wochen vor der Ernte bei jeder Spritzung, gepaart mit Zink/Mangan-Produkten, vorzuziehen.
Fragen Sie Ihre Beratung, wenn solche Produkte dann zusätzlich mit Toleranzversprechen gegen Frost, Kälte, Hitze, Trockenheit und intensive Einstrahlung versehen sind, besonders wenn kein Kalium und Phosphor enthalten ist.

Was ist, was kann PHOTON®SG50?
Frank Saalfeld
Ropenstall 83a
51377 Leverkusen
Tel.: +49 2171 4010695
Mobil: +49 160 7832352
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